Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Benutzeroberfläche in Deutschland
Frauke MansVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Benutzeroberfläche in Deutschland
Ein bayerisches Gericht hat TikTok nach einer Klage von Verbraucherschützern dazu verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern. Die Entscheidung betrifft insbesondere das Empfehlungssystem der Plattform sowie die Meldung illegaler Inhalte. Die Richter kritisierten, dass die App wichtige Funktionen in schwer auffindbaren Menüs verstecke.
Das Oberlandesgericht Bamberg urteilte, dass TikTok es Nutzern derzeit unnötig erschwere, sich gegen den algorithmusgesteuerten Feed zu entscheiden. Standardmäßig analysiert die App persönliche Daten, um Videos vorzuschlagen – doch das Gericht verlangte, dass eine alternative Anzeige deutlich sichtbar sein müsse. Verbraucherschützer hatten argumentiert, Nutzer hätten ein Recht auf eine einfache Möglichkeit, Inhalte zu sehen, die nicht von ihrem bisherigen Verhalten abhängen.
Kritik übten die Richter auch an der Handhabung von Meldungen über illegale Inhalte. Statt eines gut sichtbaren Buttons war die Meldefunktion in einem Dropdown-Menü versteckt. Das Gericht ordnete an, dass TikTok diese Option neu gestalten muss, damit Nutzer Inhalte leichter melden können.
Stand 20. März 2026 gibt es keine öffentlichen Hinweise darauf, dass TikTok die geforderten Änderungen in Deutschland umgesetzt hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und wird angefochten.
Sollte die Entscheidung Bestand haben, muss TikTok den Zugang zu den Empfehlungseinstellungen und Meldewerkzeugen vereinfachen. Nutzer hätten dann mehr Kontrolle über ihren Feed und eine direktere Möglichkeit, schädliche Inhalte zu melden. Der Fall unterstreicht die anhaltende Prüfung, wie soziale Medien ihre Oberflächen gestalten und mit Nutzerdaten umgehen.






