Großübung in Dachau testet Bayerns Krisenreaktion auf Terrorangriffe
Großangelegte Notfallübung auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Dachau
Auf dem Übungsgelände der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau fand eine großangelegte Krisenübung statt. Über 300 Teilnehmer – darunter Polizeikräfte, Militärangehörige und Feuerwehrleute – simulierten einen gewaltsamen Angriff auf ein Rüstungsunternehmen. Ziel der Übung war es, im Rahmen des deutschen GETEX-Programms die Reaktion auf komplexe Terrorlagen zu erproben.
Das Szenario sah mehrere bewaffnete Angreifer vor. Eine Fahrzeugdetonation, Schusswechsel, Geiselnahmen und Machetenangriffe sollten eine realistische Terrorbedrohung nachstellen. Als Ziel diente ein fiktives Start-up, das militärische Drohnen entwickelt – eine Konstellation, die der Übung zusätzliche Authentizität verlieh.
Die Einsatzkräfte reagierten mit vollem Personaleinsatz: Berufsfeuerwehr, Rettungssanitäter, Bereitschaftspolizei, die Spezialeinheit SEK sowie Feldjäger der Bundeswehr waren im Einsatz. Ihre Zusammenarbeit wurde von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann genau beobachtet, der im Anschluss die reibungslose Durchführung lobte.
Die Übung knüpfte an eine vorherige Simulation in Erding im Jahr 2025 an, bei der es aufgrund von Kommunikationspannen zu Verwechslungen gekommen war: Einsatzkräfte hatten die Übung irrtümlich für einen echten Angriff gehalten, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Trotz dieses Vorfalls gab es seither keine offiziellen Anpassungen der zivil-militärischen Kooperationsrichtlinien in Bayern.
Die aktuelle Übung in Dachau verlief hingegen ohne Zwischenfälle. Herrmann betonte ihren Erfolg als Teil der laufenden GETEX-Reihe, die darauf abzielt, die gemeinsame Einsatzfähigkeit zu stärken. Vergleichbare Übungen fanden vom 16. bis 20. März 2026 bayernweit statt – mit Beteiligung von 150 Polizisten, Feldjäger-Einheiten der Bundeswehr und der Münchner Feuerwehr.
Die Simulation unterstrich die Bedeutung einer nahtlosen Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Kräften. Sowohl Herrmann als auch Münchens Polizeichef Hampel hoben hervor, dass solche Übungen dazu beitragen, Notfallprotokolle zu optimieren. Weitere GETEX-Trainings sind geplant, um die Einsatzbereitschaft für mögliche Bedrohungsszenarien aufrechtzuerhalten.






