28 June 2026, 22:34

Hannover-Skandal: Ex-SPD-Politikerin Hülya Iri soll 740.000 Euro veruntreut haben

Der Zuschuss-Skandal aus Hannover geht in die nächste Runde

Hannover-Skandal: Ex-SPD-Politikerin Hülya Iri soll 740.000 Euro veruntreut haben

In Hannover ist ein Skandal um Hülya Iri, ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, aufgeflammt. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder über einen von ihr gegründeten Verein. Der Fall hat große Aufmerksamkeit erregt und zu juristischen Schritten geführt.

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2018 hatte Iri den Verein Integrationsarbeit Kronsberg ins Leben gerufen. Bis 2023 erhielt dieser vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Fördermittel in Höhe von 924.479 Euro. Doch bereits bis Juni desselben Jahres waren fast 740.000 Euro ausgezahlt worden – ohne dass nachweisbare Projekte vorzuweisen waren.

Iri und ihre Tochter Esma Bozdemir traten von ihren Posten zurück und legten ihre SPD-Mitgliedschaften ruhen. Ermittlungen ergaben, dass sie sich aus den Vereinsgeldern mindestens 685.000 Euro an Gehältern ausgezahlt hatten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob öffentliche Mittel für den Kauf eines Grundstücks im Besitz von Bozdemir verwendet wurden.

Das Amtsgericht Hannover hat inzwischen Insolvenzverfahren gegen den Verein eingeleitet. Die SPD distanzierte sich von dem Fall und betonte, dass alle Parteimitglieder bei der Verwendung öffentlicher Gelder strenge Verhaltensregeln einhalten müssten. Die ehemalige SPD-Abgeordnete Doris Schröder-Köpf hatte Iri zuvor unterstützt und Empfehlungsschreiben für sie verfasst.

Der Verein steht nun vor der Insolvenz, während die Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Missbrauchs der Gelder weiterlaufen. Die Rücktritte von Iri und Bozdemir sind die jüngsten Entwicklungen in einem Fall, der ernste Fragen zur finanziellen Kontrolle aufwirft.

Quelle