Harald Lesch attackiert Bayerns Klimapolitik: "Massiver Rückschritt" droht
Frauke MansLesch: Bayern tut zu wenig für seine eigenen Klimaziele - Harald Lesch attackiert Bayerns Klimapolitik: "Massiver Rückschritt" droht
Bayerns Klimaziele geraten in die Kritik – Physiker Harald Lesch übt scharfe Schelte an der Staatsregierung
Während lokale Projekte wie der EnergieHub Feldkirchen Fortschritte bei den erneuerbaren Energien zeigen, wirft der Physiker und Fernsehmoderator Harald Lesch der bayerischen Landesregierung vor, mit ihrer aktuellen Politik die Klimaneutralität bis 2040 zu verfehlen. Seine Äußerungen unterstreichen die Spannung zwischen ehrgeizigen Zielen und konkreten Maßnahmen in der Energiewende des Freistaats.
Seit 2020 wird Bayerns Energiewende vor allem durch bürgerschaftliches Engagement vorangetrieben. Initiativen wie der EnergieHub Feldkirchen verbinden erneuerbare Energien, Wärmenetze und ökologische Heizsysteme für Gebäude. Unterstützt werden solche Vorhaben durch Preise wie den Bürgerenergiepreis, der seit 2010 von der Bayernwerk Netz GmbH vergeben wird und Bürgerprojekte für den Klimaschutz fördert.
Lesch, Mitglied im Klimarat Bayern, wirft der Landesregierung vor, sich zu sehr auf private Initiativen zu verlassen, statt selbst entschlossen zu handeln. Eine Verschiebung des Klimaneutralitätsziels 2040 um fünf Jahre wäre für ihn ein "massiver Rückschritt". Stattdessen fordert er, dass die Politik bewährte Technologien wie Wärmepumpen und Elektromobilität konsequent vorantreibt.
Kritik übt er auch an der bayerischen Wasserstoffstrategie, die seiner Meinung nach Ressourcen falsch lenkt. Grüner Wasserstoff, so Lesch, sollte ausschließlich der Industrie vorbehalten bleiben – und nicht in Autos verbrannt werden. Zudem hinterfragt er den Fokus der Staatsregierung auf ferne Zukunftstechnologien wie die Kernfusion, statt bestehende Lösungen im großen Stil auszubauen.
Um die Energiewende zu beschleunigen, schlägt er einen Landesfonds vor, der Bürger belohnt, die sich für die Energiewende engagieren. Entscheidend sei es, die öffentliche Unterstützung zu stärken, um den Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben und die Klimaziele zu erreichen.
Die Debatte in Bayern kreist nun um die Frage, wie lokale Erfolgsgeschichten mit den Lücken in der übergeordneten Klimapolitik in Einklang zu bringen sind. Leschs Forderung nach stärkerer staatlicher Führung und pragmatischen Lösungen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Freistaat über eine Verschiebung des Klimaneutralitätsziels 2040 nachdenkt. Die Entscheidung wird zeigen, ob Bayerns Energiewende weiterhin von Basisinitiativen getragen wird – oder ob sie künftig mehr institutionelle Rückendeckung erhält.






