Kai Wegners Berliner Machtproben: Wird er in 100 Tagen abgewählt?
Kai Wegner wurde im April 2023 Regierender Bürgermeister von Berlin – entgegen früher Prognosen, die seiner Partei eine schwache Wahlperformance vorhersagten. Doch nun steht seine Führung auf der Kippe: Seine Amtszeit könnte bereits in 100 Tagen, am 20. September 2023, enden.
Noch 2023 hatte Raed Saleh, damals Fraktionsvorsitzender der SPD, Wegners Siegchancen öffentlich als gering eingestuft. Doch Wegner setzte sich durch und erinnert seitdem die Wähler daran, wie schnell sich Umfragen ändern können – sein eigener Erfolg sei Beweis genug.
Seine Amtszeit war jedoch nicht ohne Kontroversen. Kritik gab es an seinem Krisenmanagement während eines großflächigen Stromausfalls, bei winterlichen Glättegefahren und in einem Subventionsskandal. Dennoch bestätigte die CDU ihn auf dem Landesparteitag am Dienstagabend einstimmig als Spitzenkandidaten. Ein Gegenkandidat trat nicht an.
Wegner handelte zudem zügig bei Personalentscheidungen, etwa bei der raschen Berufung eines neuen Staatssekretärs für Digitalisierung. Sollte die CDU nach der Wahl aus einer Koalition ausgeschlossen werden, bliebe er zunächst geschäftsführend im Amt. Eine Niederlage würde jedoch voraussichtlich das Ende seiner Zeit als Berliner CDU-Landesvorsitzender bedeuten.
Mit der Wahl rückt Wegners politische Zukunft in den Fokus. Eine Niederlage würde wohl sowohl sein Amt als Regierender Bürgermeister als auch seine Rolle als Parteichef beenden. Bis dahin regiert er Berlin – unter wachsender Beobachtung.






