Kleist-Festival 2025 verbindet Vergangenheit und Gegenwart mit Theater und Punk-Oper
Raissa LangernKleist-Festival 2025 verbindet Vergangenheit und Gegenwart mit Theater und Punk-Oper
Frankfurt (Oder) richtet vom 7. bis 12. Oktober 2025 das Kleist-Festival aus. Das Festival würdigt Leben und Werk Heinrich von Kleists, der 1777 in der Stadt geboren wurde. Das diesjährige Programm widmet sich seinem Einfluss auf moderne Themen – von der Musik bis zu politischen Fragen.
Gleichzeitig markiert die Veranstaltung den Auftakt für die Vorbereitungen zum Kleist-Jahr 2027, in dem der 250. Geburtstag des Dichters gefeiert wird.
Das Festival bringt Kleists Schriften in die Gegenwart. Die Veranstalter wollen aktuelle Herausforderungen aufgreifen, darunter den Klimawandel und den Rechtsextremismus. Theater, Literatur und Musik prägen das Programm.
Ein Höhepunkt ist Theresia Walsers neues Stück über eine Schule unter einer rechtsextremen Regierung. Die Inszenierung thematisiert Radikalisierung und deren Auswirkungen auf die Bildung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf "Der zerbrochene Krug", einem Klassiker, der heute an deutschen Schulen unterrichtet wird.
Mit "Schroffenstein: In Grund und Boden" kommt eine Punk-Oper auf die Bühne, die Arien, Punk-Songs und gesprochene Szenen verbindet. Zudem gibt es eine Ausstellung, einen Chorauftritt und Diskussionen über Kleists Vermächtnis. Besonders beleuchtet wird in diesem Jahr der Einfluss der Musik auf sein Werk.
Kleists Stücke erleben seit ihrer Wiederentdeckung nach dem Zweiten Weltkrieg ungebrochene Popularität. In den 1950er- bis 1970er-Jahren wurden sie häufig aufgeführt, während die 1980er- und 1990er-Jahre experimentelle Adaptionen von Regisseuren wie Heiner Müller sahen. Heute zählen jährlich über 100 Inszenierungen seiner Werke an großen Häusern wie dem Berliner Ensemble oder der Schaubühne zu den Spielplänen. Themen wie Gerechtigkeit, Macht und menschliche Schwäche berühren das Publikum nach wie vor.
Das Kleist-Festival 2025 dauert sechs Tage in Frankfurt (Oder) und präsentiert Aufführungen, Ausstellungen und Debatten, die sein Werk mit heutigen Fragen verknüpfen. Gleichzeitig laufen die Planungen für das Kleist-Jahr 2027 in der Stadt auf Hochtouren – sein Erbe bleibt damit fest im kulturellen Diskurs verankert.






