25 June 2026, 14:28

NGOs warnen vor Scheitern der Entwicklungshilfe-Reform durch Kürzungen und Strategiemangel

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

NGOs warnen vor Scheitern der Entwicklungshilfe-Reform durch Kürzungen und Strategiemangel

Deutsche Nichtregierungsorganisationen äußern Besorgnis über die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Entwicklungszusammenarbeit. Welthungerhilfe und Terre des Hommes warnen, dass Kürzungen im Haushalt und ein Mangel an Strategie die Wirksamkeit der Hilfe untergraben könnten.

Seit 2022 wurde das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Bis 2027 sind weitere Einsparungen zu erwarten – trotz wachsender globaler Herausforderungen durch Krisen, Kriege und den Klimawandel. Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes haben diese Probleme in einem gemeinsamen Bericht hervorgehoben.

Die Organisationen betonen, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit stärker auf lokale Akteure ausgerichtet werden müsse. Sie wiesen darauf hin, dass es oft Spannungen gebe zwischen den Interessen Deutschlands und denen der Partnerländer. Die NGOs forderten zudem eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft – sowohl in Deutschland als auch im Ausland –, um die Reformen im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitzugestalten.

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Der Bericht kritisiert das Fehlen einer kohärenten Strategie in den von Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan angekündigten Reformen. Mogge forderte, der Fokus müsse auf der Verbesserung der Qualität der Hilfe liegen – nicht auf der schieren Menge. Er verlangte weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit für zivilgesellschaftliche Gruppen.

Die NGOs verlangten zudem eine Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Sie schlagen vor, das Budget von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro für das kommende Jahr zu erhöhen, um sowohl akute Krisenhilfe als auch präventive Maßnahmen abzudecken. Hofert betonte, dass Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen frühzeitig und substantiell in den Reformprozess einbezogen werden müssten.

Die Reform steht wegen ihres hierarchischen Ansatzes und der Haushaltskürzungen in der Kritik. Die NGOs warnen: Ohne angemessene Beteiligung lokaler Partner und eine klare Strategie drohe die Entwicklungshilfe ihre Unabhängigkeit und Wirksamkeit zu verlieren. Ihre Forderungen nach mehr Mitteln und weniger Bürokratie finden in den aktuellen Plänen bisher keine Berücksichtigung.

Quelle