19 June 2026, 02:35

Nürnberger Flughafen kämpft mit Pandemie-Folgen und setzt auf Billigflieger

Routen wieder verbunden Q&A: Nürnbergs neu definierte Strategie

Nürnberger Flughafen kämpft mit Pandemie-Folgen und setzt auf Billigflieger

Flughafen Nürnberg (NUE) kämpft mit schweren Folgen der Pandemie

Der Flughafen Nürnberg (NUE) hat durch die Corona-Krise massive Einbußen erlitten: Im Oktober 2020 brach der Passagierverkehr um 83,2 Prozent ein. Besonders betroffen ist das Segment der Full-Service-Carrier, einst eine Stärke des Airports, da die Nachfrage nach Geschäftsreisen drastisch zurückging.

Die Bundesregierung unterstützte den NUE während des ersten Lockdowns mit einem 500-Millionen-Euro-Hilfspaket, um die Infrastruktur zu stabilisieren. Als Reaktion auf die Krise richtete der Flughafen eine Taskforce ein, die Gebühren und Anreize neu gestalten sollte. Daraus entstand das Übergangsprogramm „Blue Ocean Lifeline“.

Ab Sommer 2021 stellt der NUE auf ein nutzungsbasiertes Gebührensystem um: Airlines zahlen dann nur noch für die Infrastruktur, die sie tatsächlich nutzen. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie, um Fluggesellschaften außerhalb der Lufthansa-Gruppe zu gewinnen. Lufthansa wird voraussichtlich ihre Drehkreuze in Frankfurt und München priorisieren.

Gleichzeitig wirbt der NUE verstärkt um Billigflieger. Erwartet wird ein kräftiger Aufschwung im VFR-Bereich (Visiting Friends and Relatives) sowie im Urlaubsreiseverkehr, insbesondere auf Strecken nach Italien, Griechenland und Osteuropa. Lufthansa plant unterdessen, ihre Kapazitäten im mittelfristigen Urlaubsflugsegment auszubauen – was den Wettbewerb verschärfen könnte.

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Auch ökologische Bedenken prägen die Debatte: Die Nachhaltigkeit von kurzen Zubringerflügen innerhalb Deutschlands wird zunehmend hinterfragt, was den Druck auf eine Neuausrichtung der Flugrouten erhöht.

Der NUE passt sein Geschäftsmodell an, um die Pandemie-Folgen zu überwinden. Das neue Gebührensystem und gezielte Anreize sollen die Partnerschaften mit Airlines diversifizieren und den Billigflugverkehr stärken. Der Fokus bleibt auf dem Wiederaufbau der Passagierzahlen in den wichtigen Urlaubs- und VFR-Märkten.

Quelle