Oktoberfest-Verlängerung scheitert an logistischen Hürden und Meinungsstreit
Gotthilf WellerBayerische Wirte gegen Verlängerung des Oktoberfests - Oktoberfest-Verlängerung scheitert an logistischen Hürden und Meinungsstreit
Forderung nach Verlängerung des Oktoberfests um einen Tag löst Debatte aus
Der Vorschlag, das diesjährige Oktoberfest um einen Tag zu verlängern, hat unter den Veranstaltern und Verantwortlichen eine Diskussion ausgelöst. Der Anstoß kam nach einer vorübergehenden Schließung wegen einer Bombendrohung, doch die Meinungen darüber, ob eine kurzfristige Änderung machbar oder überhaupt sinnvoll ist, gehen auseinander.
Die Idee einer Verlängerung stammte vom DEHOGA, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Der Landesgeschäftsführer Thomas Geppert argumentierte, eine Verlängerung würde Stärke zeigen – besonders nach der jüngsten Unterbrechung. Doch aus den Reihen der Festleitung regte sich schnell Widerspruch.
Oktoberfest-Chef Christian Scharpf lehnte den Vorschlag ab und erklärte, eine spontane Verlängerung sei kaum realisierbar. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann teilte Scharpfs Skepsis. Der Sprecher Peter Inselkammer verwies auf praktische Hindernisse: Eine kurzfristige Verlängerung würde Probleme mit bestehenden Arbeitsverträgen mit sich bringen, und es sei fraglich, ob die Besucher einen zusätzlichen Montag überhaupt annehmen würden.
Die Besucherzahlen des Festes schwanken seit Jahren. 2024 kamen rund 6,7 Millionen Menschen während der üblichen 14- bis 18-tägigen Laufzeit – im Schnitt 372.000 pro Tag. 2023 hatte das Oktoberfest mit 7,2 Millionen Gästen und täglich über 389.000 Besuchern einen Rekord verzeichnet. 2022 waren es dagegen nur 5,7 Millionen, während die Ausgaben 2020 und 2021 wegen der Pandemie komplett ausfielen.
Da sich Veranstalter und Verantwortliche uneinig zeigen, scheint eine Verlängerung des Oktoberfests unwahrscheinlich. Am traditionellen Zeitplan wird festgehalten, und weitere Änderungen vor dem geplanten Ende sind nicht zu erwarten. Die Besucherzahlen belegen indes weiterhin die ungebrochene Beliebtheit des Volksfests.






