Rechtsextreme greifen Journalisten in Ostdeutschland an – Polizei ermittelt wegen Körperverletzung
Arnd JunckenRechtsextreme greifen Journalisten in Ostdeutschland an – Polizei ermittelt wegen Körperverletzung
Im Januar wurde eine Gruppe rechtsextremer Aktivisten in Ostdeutschland gewalttätig: Rund 30 vermummte Personen, darunter Mitglieder schweizerischer und österreichischer Extremistengruppen, belästigten und griffen Journalisten des Mediennetzwerks Recherche-Nord an.
Die Polizei ermittelt seitdem wegen Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahls. Zwar wurden keine Verletzungen gemeldet, doch gegen zwei Hauptbeteiligte wurden bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Der Vorfall ereignete sich Ende Januar in Schnellroda, Ostdeutschland. Unter den Anwesenden befanden sich Vertreter der schweizerischen Gruppe Junge Tat, der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner sowie Mitglieder der Jugendorganisation der AfD.
Anhänger der Jungen Tat gingen besonders aggressiv gegen Medienvertreter vor: Manuel Corchia beschädigte die Kameraobjektive eines Journalisten, während Tobias Lingg Fotografen mit Wasser bespritzte. Die Reporter blieben zwar unverletzt, fühlten sich durch die Angriffe jedoch eingeschüchtert.
Die Schweizer Staatsanwaltschaft bereitet nun Prozesse gegen Corchia und Lingg vor, die in den kommenden Monaten beginnen sollen. Ihre Beteiligung an dem Vorfall in Deutschland könnte die bereits in der Schweiz gegen sie erhobenen Vorwürfe wegen einer Reihe von Straftaten weiter verschärfen.
Die Angriffe haben zu polizeilichen Ermittlungen wegen mehrerer Delikte geführt. Da keine Verletzungen dokumentiert wurden, liegt der Fokus auf den juristischen Konsequenzen für die Verantwortlichen. Das Verfahren in der Schweiz wird über das weitere Schicksal der Angeklagten entscheiden.






