Streit um Arbeitszeitreform: Connemann lehnt SPD-Entwurf als KMU-Belastung ab
Gotthilf WellerStreit um Arbeitszeitreform: Connemann lehnt SPD-Entwurf als KMU-Belastung ab
Gitta Connemann, die Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand, hat einen durchgesickerten Entwurf für eine Reform der Arbeitszeitregelungen scharf zurückgewiesen. Sie argumentiert, der Vorschlag widerspreche dem Koalitionsvertrag und belaste kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit übermäßiger Bürokratie.
Der Entwurf stammt aus dem Bundesarbeitsministerium unter Leitung von Bárbel Bas (SPD) und sieht flexible wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeiten vor. Diese sollen jedoch nur über Tarifverträge gelten und sich an der EU-Arbeitszeitrichtlinie orientieren, die einen durchschnittlichen 48-Stunden-Arbeitsweek über einen Referenzzeitraum von zwölf Monaten vorsieht. Zudem enthält der Plan vertrauensbasierte Arbeitszeiten ohne verpflichtende Zeiterfassung.
Connemann kritisiert, dass der Entwurf Mitarbeiter ohne Tarifbindung von der Flexibilisierung ausschließe. Dies sei „wirtschaftspolitisch verfehlt und politisch nicht vermittelbar“ und betreffe Millionen Beschäftigte sowie KMU. Zudem lehnt sie die geplanten Regelungen zur Arbeitszeiterfassung ab, da diese unnötige Bürokratie schafften und das Vertrauen in Unternehmen und Beschäftigte untergrüben.
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD war vereinbart worden, die EU-Richtlinie umzusetzen und wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeiten zu ermöglichen. Der Entwurf begrenzt Nachtarbeit im Durchschnitt auf maximal acht Stunden pro 24-Stunden-Zeitraum. Zudem wird betont, im Dialog mit den Sozialpartnern Bürokratie für KMU abzubauen und vertrauensbasierte Arbeitszeiten zu erhalten.
Connemann besteht darauf, dass der Entwurf die Koalitionsvereinbarungen bricht und KMU benachteiligt. Der Vorschlag stößt nun auf erheblichen Widerstand, bevor eine mögliche Umsetzung in Betracht kommt. Die Regierung muss diese Bedenken ausräumen, um mit der Arbeitszeitreform voranzukommen.






