22 March 2026, 20:45

Südzucker drosselt Rübenanbau – doch die Fabriken bleiben offen

Ein Vintage-Plakat mit einer farbenfrohen Anordnung von Gemüse wie Tomaten und Rüben, mit der Überschrift "Marktgärtner's Beet" in fetter Schrift oben.

Südzucker drosselt Rübenanbau – doch die Fabriken bleiben offen

Südzucker passt Rübenanbau an Marktveränderungen und Nachfrageschwankungen an

Der Zuckerkonzern Südzucker reduziert seinen Zuckerrübenanbau als Reaktion auf Marktchancen und eine sich wandelnde Nachfrage. Seit 2020 hat das Unternehmen die Anbauflächen in Südbayern um bis zu 20 Prozent verringert, bleibt aber weiterhin dem Rübenanbau als zentralem Geschäftsbereich verpflichtet. Landwirte und Konzern arbeiten nun mit neuen Einjahresverträgen zusammen, um die Branche zu stabilisieren.

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Die mit Zuckerrüben bestellte Fläche in Südbayern ist von etwa 12.000 Hektar im Jahr 2020 auf voraussichtlich 9.500 Hektar bis 2025 geschrumpft. Diese Reduzierung ist Teil einer gezielten Strategie Südzuckers, die auf sinkende EU-Zuckerquoten und wirtschaftliche Druckfaktoren reagiert. Trotz des Rückgangs plant das Unternehmen keine Schließung seiner Zuckerfabriken in der Region. Stattdessen erkundet es neue Einsatzmöglichkeiten für Zucker, anstatt die Produktion auszuweiten.

Jeder Rübenanbauer schließt nun individuelle Einjahres-Anbauverträge mit Südzucker ab, die Mindestpreisgarantien beinhalten. Diese Vereinbarungen sollen den Landwirten finanzielle Sicherheit bieten, die unter den niedrigen Marktpreisen aufgrund eines globalen Zuckerüberschusses leiden. Die Verträge ermöglichen es den Erzeugern zudem, eigene Reduktionsziele festzulegen und so flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren.

Dr. Stefan Streng, der sowohl als Vorsitzender des Rübenanbauverbandes als auch im Aufsichtsrat von Südzucker tätig ist, spielt eine Schlüsselrolle bei der Abstimmung der Interessen von Aktionären und Landwirten. Er zeigt sich optimistisch, dass sich Schädlinge wie die Rübenristigkeit (SBR) und Zikaden bis 2026 dank verbesserter Bekämpfungsmaßnahmen, die im vergangenen Jahr entwickelt wurden, besser kontrollieren lassen.

Zucker macht zwar weiterhin etwa 40 Prozent des Umsatzes von Südzucker aus, doch das Unternehmen setzt zunehmend auf nicht-zuckerbasierte Segmente, um Marktvolatilität auszugleichen. Das diversifizierte Portfolio mildert die Auswirkungen von Preisschwankungen ab, während die Verbrauchernachfrage nach regional produziertem "Rübenzucker" die langfristigen Aussichten der Branche stützt.

Die Verringerung des Rübenanbaus spiegelt grundlegende Verschiebungen im Zuckermarkt wider. Dennoch bieten Südzuckers Investitionen in neue Zuckeranwendungen und stabile Verträge den Erzeugern einen gewissen Schutz. Ohne geplante Werksschließungen und mit laufenden Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung strebt das Unternehmen eine nachhaltige Zukunft für den Rübenanbau in Süddeutschland an.

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