02 April 2026, 14:28

Thüringen kämpft mit Schulworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Regionen, die den Prozentsatz von unteralterigen Teenagern in jedem Bundesstaat anzeigen, begleitet von Text, der besagt, dass unteralterige Teenager für einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden können.

Thüringen kämpft mit Schulworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt bei Jugendlichen

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland – ein Pilotprojekt in Thüringen zeigt Wege aus der Krise

Aktuelle Studien zufolge ist fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen. Ein Pilotprojekt in Thüringen geht das Problem nun mit Schulworkshops an. Aufgrund der großen Nachfrage seitens Lehrkräfte und Eltern soll das Programm bald ausgeweitet werden.

Zwischen 2023 und 2026 leitete die Präventionsexpertin Yasmina Ramdani Workshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt an Thüringer Schulen. Rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen nahmen in drei Jahren teil. Das von der Landesbeauftragten für den Kinderschutz geförderte Projekt war das erste seiner Art in Deutschland.

Die Workshops sollten ein wachsendes Problem angehen: 2025 berichtete fast jedes vierte Kind von Erfahrungen mit Cybergrooming – einer Masche, bei der Täter online Vertrauen aufbauen, um später Belästigungen oder Missbrauch zu begehen. Viele Vorfälle geschehen auch im Bekanntenkreis oder in Klassenchats, oft aus Naivität oder Gruppendruck.

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Prominente Fälle wie die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen haben das Thema weiter in den Fokus gerückt. Fernandes wirft Ulmen vor, gefälschte Profile und pornografische Deepfakes von ihr erstellt zu haben. Solche Fälle zeigen: Die Täter sind nicht immer Fremde – häufig handelt es sich um Personen aus dem direkten Umfeld der Betroffenen.

Fachleute betonen, dass Prävention günstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen digitaler Gewalt. Eltern werden dazu aufgefordert, das eigene Verhalten zu reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen. Aufgrund der hohen Nachfrage wird das Projekt nach den Sommerferien 2026 fortgesetzt.

Das Thüringer Pilotprojekt unterstreicht die Notwendigkeit frühzeitiger Aufklärung über digitale Risiken. Schulen und Behörden prüfen nun eine flächendeckende Umsetzung. Ziel ist es, durch Sensibilisierung junger Menschen für Online-Gefahren die Zahl der Vorfälle zu verringern.

Quelle