USA und Europa: Marco Rubio betont Partnerschaft trotz strategischer Abkehr
Gotthilf WellerUS Secretary of State Betont enge Beziehungen zu Europa - USA und Europa: Marco Rubio betont Partnerschaft trotz strategischer Abkehr
Vor der Münchner Sicherheitskonferenz betonte der US-Außenminister Marco Rubio die engen Bindungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Seine Äußerungen erfolgten zu einer Zeit, in der jüngste politische Kurswechsel Fragen über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen aufgeworfen haben. Rubio erkannte zwar die sich wandelnde globale Landschaft an, unterstrich jedoch die anhaltende Bedeutung der Partnerschaft.
Rubios Aussagen folgten auf ein Jahr wachsender Spannungen. Anfang 2025 hatte US-Vizepräsident J.D. Vance in München eine scharf formulierte Rede gehalten, in der er die europäischen Verbündeten dafür kritisierte, nicht genug zur Bewältigung gemeinsamer Sicherheitsherausforderungen beizutragen. Dieser Ton markierte einen Bruch mit früheren Regierungen und spiegelte tiefgreifendere Veränderungen in der US-Außenpolitik wider.
Die im Dezember veröffentlichte National Security Strategy der USA signalisierte eine Abkehr von der engen transatlantischen Zusammenarbeit. Das Dokument argumentierte, frühere Ansätze hätten die Kerninteressen Amerikas nicht ausreichend berücksichtigt. Zwar bleibe die USA in der NATO engagiert, doch sollten die europäischen Partner die Führung bei der Abwehr von Bedrohungen übernehmen – insbesondere jenen aus Russland, die für Europa ein größeres Risiko darstellten als für die USA.
Diese Haltung wurde in der National Defense Strategy (NDS 2026) bekräftigt, die Anfang 2026 veröffentlicht wurde. Die Strategie stufte die US-Militärpräsenz in Europa als nachrangig gegenüber Prioritäten wie dem Indo-Pazifik und der Landesverteidigung ein. Sie forderte die europäischen Staaten auf, die Hauptverantwortung für die Abschreckung Russlands zu übernehmen, während die USA eine "unverzichtbare Rolle" in der NATO behalten würden. Betroffen sind vor allem Deutschland, Italien und die östliche Flanke der Allianz sowie Grönland, wo die USA größeren Zugang für Verteidigungssysteme anstreben.
Auf dem NATO-Verteidigungsministertreffen kündigte der stellvertretende Minister Elbridge Colby an, ein begrenzter Truppenabzug werde geprüft. Derzeit sind etwa 80.000 bis 90.000 US-Soldaten in Europa stationiert. Konkrete Zahlen nannte er nicht, doch Berichte deuten auf mögliche Kürzungen von bis zu 30 Prozent hin. Besonders betroffen wären die östliche Flanke, Deutschland und Italien sowie die arktische Verteidigung in Grönland.
Trotz dieser Anpassungen schlug Rubio versöhnliche Töne an. "Europa ist uns wichtig", betonte er und fügte hinzu, dass die Zukunft beider Regionen weiterhin eng verknüpft bleibe. Zudem hob er die Notwendigkeit offener Gespräche über die sich wandelnde transatlantische Beziehung hervor und räumte ein, dass die alte Weltordnung einer neuen geopolitischen Ära gewichen sei.
Die USA passen ihre Verteidigungsprioritäten weiter an, wobei von Europa erwartet wird, eine größere Rolle für die eigene Sicherheit zu übernehmen. Zwar werden Truppenreduzierungen noch diskutiert, doch betonen Verantwortliche wie Rubio, dass das US-Engagement in der NATO weiterhin fest stehe. Auf der anstehenden Münchner Sicherheitskonferenz wird voraussichtlich weiter über die Folgen dieser verschobenen Machtbalance debattiert werden.
Rubios Rede in München: Einheit trotz Kritik an globalen Institutionen und Migration
Marco Rubios Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz betonte die transatlantische Einheit und führte neue Kritikpunkte ein. Der US-Außenminister:
- Betonte 'Wir gehören zusammen', betonend gemeinsame kulturelle Bindungen und die Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Warnte vor dem Verlust der Souveränität durch die Auslagerung und forderte Europa auf, 'die westliche Kultur gegen Migration zu schützen'.
- Kritik an UNO-Reformen und Donald Trumps 'Friedensrat' als Konkurrenz zu bestehenden Institutionen.