Wähler in NRW setzen neue Prioritäten: Infrastruktur überholt Migration als Top-Thema
Frauke MansWähler in NRW setzen neue Prioritäten: Infrastruktur überholt Migration als Top-Thema
In Nordrhein-Westfalen haben sich die Prioritäten der Wähler in den letzten Monaten deutlich verschoben. Infrastruktur und Verkehr stehen nun an der Spitze der Sorgenliste – 31 Prozent der Befragten nennen dies das drängendste Problem. Migration, einst das dominierende Thema, ist mit 20 Prozent auf den dritten Platz zurückgefallen.
Die jüngsten Umfragen zeigen signifikante Veränderungen in der Parteienlandschaft. Bundeskanzler Hendrik Wüsts CDU ist auf 32 Prozent gefallen – ein Rückgang um drei Punkte seit Februar. Die SPD unter Jochen Ott hat ebenfalls drei Punkte eingebüßt und liegt nun bei 17 Prozent, nahe ihrem Tiefststand des vergangenen Jahres.
Die Grünen haben zwei Punkte zugelegt und kommen auf 15 Prozent. Die rechtspopulistische AfD ist auf 17 Prozent gestiegen und liegt damit gleichauf mit den Grünen als zweitstärkste Kraft im Land. Gleichzeitig hat die FDP mit einem Plus von einem Punkt erstmals seit April 2024 wieder die Fünf-Prozent-Hürde überschritten.
Die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist stark gesunken. Nur noch 42 Prozent bewerten ihre Arbeit positiv – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Beginn des Jahres. Auch die wirtschaftlichen Sorgen haben zugenommen: Lediglich 22 Prozent stufen die wirtschaftliche Lage des Landes als sehr gut oder gut ein, neun Punkte weniger als im Vorjahr. Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist ebenfalls gestiegen: 16 Prozent der Beschäftigten fürchten um ihren Job – sechs Punkte mehr als 2023. Bildung und Schulen bleiben ein zentrales Thema, das 24 Prozent der Befragten nennen.
Die Verschiebungen bei den Wählerprioritäten und der Parteienunterstützung spiegeln eine wachsende Unzufriedenheit in Nordrhein-Westfalen wider. Infrastruktur hat Migration als wichtigstes Anliegen abgelöst, während wirtschaftliche Ängste und Jobunsicherheit zugenommen haben. CDU und SPD haben an Zustimmung verloren, während Grünen, AfD und FDP in den Umfragen an Boden gewonnen haben.
