Weltpremiere: Vertikale Solaranlage schwimmt auf bayerischer Kiesgrube
Raissa LangernWeltpremiere: Vertikale Solaranlage schwimmt auf bayerischer Kiesgrube
Bahnbrechendes Solarprojekt in Gilching gestartet
In Gilching hat ein wegweisendes Solarenergieprojekt seinen Betrieb aufgenommen. Das Unternehmen Sinn Power hat dort nach eigenen Angaben das weltweit erste vertikal schwimmende Photovoltaik-Kraftwerk auf einer örtlichen Kiesgrube installiert. Die Anlage mit dem Namen SKipp-Float wurde am Freitag offiziell in Betrieb genommen – in Anwesenheit von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Die am 21. August 2023 in Auftrag gegebene Anlage besticht durch ein einzigartiges Design: Statt flach auf dem Wasser zu liegen, sind die Solarmodule senkrecht aufgestellt und werden von einem Seilsystem gehalten, das den Windwiderstand minimiert. Diese vertikale Anordnung verringert zudem den Platzbedarf unter Wasser – jede Einheit benötigt lediglich eine 1,60 Meter tiefe, kielartige Basis.
Das SKipp-Float-System ist für extreme Bedingungen ausgelegt. Bei starkem Wind gibt es leicht nach, was die Sturmresistenz erhöht, während die Module sicher verankert bleiben. Im Gegensatz zu herkömmlichen schwimmenden Solaranlagen ermöglicht diese Konstruktion, dass Sauerstoff zirkuliert und Sonnenlicht ins Wasser dringt – so bleibt die natürliche Schichtung in der Grube erhalten.
Trotz ihrer Größe beansprucht die Anlage nur 4,65 Prozent der Kiesgrubenfläche und liegt damit deutlich unter der 15-Prozent-Grenze, die das deutsche Wasserhaushaltsgesetz vorsieht. Mit einer installierten Leistung von 1,87 Megawatt soll sie jährlich rund 2 Gigawattstunden Strom erzeugen.
Das Projekt markiert einen wichtigen Fortschritt in der schwimmenden Solartechnologie. Durch das kompakte, sturmsichere Design und die geringe Wasserflächeninanspruchnahme könnte es Maßstäbe für künftige Anlagen setzen. Die Anlage ist nun in Betrieb und versorgt die Region mit erneuerbarer Energie – ohne das ökologische Gleichgewicht der Grube zu beeinträchtigen.






