Wie Freisinger Pioniere die deutsche Energiewende vorantrieben
Deutschlands Weg zur erneuerbaren Energie begann lange vor dem berühmten Solarboom. Lokale Initiativen wie der Freisinger Solarstrom-Förderverein setzten früh Maßstäbe und erreichten bereits 1993 eine kostendeckende Einspeisevergütung. Die Bewegung gewann mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 nationalen Schwung.
Andreas Henze gehörte zu den Pionieren: 1994 baute er seine erste Photovoltaikanlage mit bescheidenen 550 Watt. Schon 1996 folgte eine für damalige Verhältnisse riesige 70-Kilowatt-Anlage – eine Sensation. Bis 2012 trieb er den Ausbau voran, doch dann zwangen Kürzungen bei der Einspeisevergütung ihn, die Installation neuer Anlagen einzustellen und sich stattdessen auf die Planung zu konzentrieren.
Am 1. April 2000 trat das EEG in Kraft – ein Meilenstein, der die deutsche Energielandschaft veränderte, den Solarboom auslöste und weltweit Maßstäbe setzte. Zehn Jahre später, 2013, gründete sich die Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land, um diese Dynamik zu erhalten.
Heute betreibt die Genossenschaft Dach-Solaranlagen und Solarparks mit einer Gesamtleistung von 4,6 Megawatt. Dazu kommt ein Ladenetz mit 73 Stationen, und 1.300 Kunden werden mit Ökostrom versorgt. Aktuell laufen Pläne für zehn weitere Windräder mit einer kombinierten Leistung von 64 Megawatt – vier davon erhielten bereits im März die Genehmigung.
Die Genossenschaft baut ihre Projekte weiter aus. Die wachsende Infrastruktur und die steigende Kundenzahl zeigen, wie nachhaltig die frühen Anstrengungen und politischen Weichenstellungen wirken. Vom Kleinen zum Großen: Dieser Wandel von dezentralen Anlagen hin zur industriellen Energieerzeugung markiert einen entscheidenden Schritt in der deutschen Energiewende.






