Baden-Baden ehrt Nijinsky und Pawlowa mit neuem Ballettfestival im Herbst
Arnd JunckenBaden-Baden ehrt Nijinsky und Pawlowa mit neuem Ballettfestival im Herbst
Baden-Baden feiert seine historischen Verbindungen zum Ballett mit einem neuen Herbstfestival
Vor mehr als einem Jahrhundert war die Stadt Schauplatz eines prägenden Moments der Tanzgeschichte, als sie die legendären Tänzer Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa beherbergte. Nun kehrt ihr Einfluss zurück – mit einer Ausstellung und Aufführungen, die ihr bahnbrechendes Wirken ehren.
Im August 1913 hielt sich Wasslaw Nijinsky im Grandhotel Stephanie auf – dem heutigen Brenners Parkhotel. Dort arbeitete er mit Sergei Djagilew an einem von Bach inspirierten Ballett, das ein modernes Gesamtkunstwerk im Stil barocker Pracht werden sollte. Noch im selben Monat revolutionierten Nijinsky und die Ballets Russes mit ihrer Spitzentanz-Technik die Maßstäbe des zeitgenössischen Balletts. Seine berühmtesten Werke – L'Après-midi d'un faune, Jeux und Le Sacre du printemps – entstanden ursprünglich für Djagilews Kompanie.
Auch Anna Pawlowa, ein weiterer Star der Ballets Russes, wurde im August 1913 in Baden-Baden erwartet. Ihr überraschender Rückzug sorgte für Aufsehen, doch schließlich trat sie am 26. August 1913 mit Der sterbende Schwan auf – und erntete begeisterten Applaus.
Nun würdigt der Choreograf John Neumeier diese Ikonen mit dem Festival Die Welt von John Neumeier, das vom 2. bis 12. Oktober stattfindet. Sein Ballett Nijinsky steht im Mittelpunkt, während eine Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Baden (ab 3. Oktober) seine private Sammlung zu Tanz und Ballett zeigt – mit Exponaten zu Nijinsky und Pawlowa. Den Abschluss bildet Neumeiers Epilog, der vom 10. bis 12. Oktober aufgeführt wird.
Das Festival verbindet Baden-Badens reiche Balletttradition mit dem heutigen Publikum. Neumeiers Ausstellung und Inszenierungen unterstreichen den anhaltenden Einfluss von Nijinsky und Pawlowa auf den modernen Tanz. Ihre revolutionären Techniken und dramatischen Geschichten inspirieren noch über hundert Jahre später.






