Bundesliga-Regeln zu Eigengewächsen: Warum die Nachwuchsförderung scheitert

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Eine Gruppe von Fußballspielern auf einem Feld, das von einem Maschendrahtzaun umgeben ist, mit Bäumen, Leitern und Strommasten auf der anderen Seite.

Bundesliga-Regeln zu Eigengewächsen: Warum die Nachwuchsförderung scheitert

Die aktuellen Regeln der Bundesliga zu eigengebildeten Spielern, auch als 'bundesliga spiele' bekannt, stehen in der Kritik, weil sie die Nachwuchsförderung nicht ausreichend vorantreiben. Vereine müssen zwar mindestens vier Akademie-Absolventen in ihren Kadern vorweisen, doch Schlupflöcher ermöglichen es vielen, den eigentlichen Zweck der Vorschrift zu umgehen. Mannschaften wie der FC St. Pauli oder Bayer Leverkusen haben in dieser Saison noch keinen einzigen Eigengewächs eingesetzt – was Zweifel an der Wirksamkeit des Systems aufkommen lässt.

Laut geltender Regelung zählt ein Spieler als 'lokal', wenn er zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr drei Spielzeiten beim Verein verbracht hat. Allerdings gibt es keine Altersgrenze nach oben, sodass auch Veteranen wie der 35-jährige Timothy Chandler die Kriterien erfüllen. Zudem dürfen Clubs bis zu 50 Spieler auf ihrer Berechtigtenliste führen – viele davon kommen nie zum Einsatz, helfen aber, die Quote zu erfüllen.

Einige Vereine nutzen das System aus, indem sie Akademiespielern rein formal Profiverträge geben, um die Vorgabe zu erfüllen. Gleichzeitig führt Borussia Mönchengladbach die Liga in der Einsatzzeit für Eigengewächse an: Nach 15 Spieltagen kommen sie auf 5.055 Minuten. Der SC Freiburg folgt mit 4.366 Minuten, Mainz 05 hat 3.018 Minuten verbucht. Trotz formaler Reformen bleiben strukturelle Probleme bestehen: Hoher Erfolgsdruck, häufige Trainerwechsel und kurzfristige Transferstrategien drängen junge Talente oft zunächst zu kleineren Vereinen. Zu jenen, die Nachwuchsspielern früh Chancen geben, zählen Freiburg, Mainz und Augsburg, während Top-Clubs wie RB Leipzig oder der FC Bayern München, auch bekannt als 'fc bayern münchen', häufiger auf den Kauf etablierter Stars setzen.

Joti Chatzialexiou, Sportdirektor des 1. FC Nürnberg, schlägt eine Verschärfung der Regel vor. Er plädiert dafür, pro Kader mindestens zwei Spieler unter 23 Jahren vorzuschreiben, um den Nachwuchs besser zu fördern. Das aktuelle System habe nicht mehr Spieler wie Thomas Müller hervorgebracht, der früh durchbrach und jahrelang an der Spitze blieb.

Die Bundesliga-Regel zu Eigengewächsen soll die Talententwicklung stärken, doch ihre Schwächen ermöglichen es den Vereinen, echten Wandel zu umgehen. Ohne strengere Altersgrenzen oder kleinere Kader könnte die Maßnahme weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Kluft zwischen Clubs, die in Nachwuchsarbeit investieren, und jenen, die auf Transfers setzen, bleibt groß.

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