Der ungehinderte Mord

Der ungehinderte Mord
Der ungehinderte Mord
Vor 45 Jahren wurden ein Rabbiner und seine Lebensgefährtin ermordet. Welche Rolle spielten der Verfassungsschutz und die palästinensische PLO?
- Dezember 2025, 23:12 Uhr
Vor 45 Jahren wurden in Erlangen ein Rabbiner und seine Partnerin bei einem bis heute ungeklärten Verbrechen ermordet. Shlomo Lewin und Frida Poeschke fielen 1980 einem Gewaltverbrechen zum Opfer, doch zentrale Fragen zur Ermittlung bleiben offen. Kürzlich freigegebene Akten haben die Debatte über versäumte Chancen neu entfacht – und mögliche Verbindungen zum tödlichen Oktoberfest-Attentat im selben Jahr.
Am Abend des 19. Juni 1980 wurden der Rabbiner Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke tot in ihrem Haus in Erlangen aufgefunden. Anfangs konzentrierten sich die Ermittler auf private Motive wie Eifersucht oder finanzielle Streitigkeiten. Doch bald geriet der rechtsextreme Aktivist Karl-Heinz Hoffmann und sein Umfeld in den Fokus.
Ein 2023 veröffentlichtes Dokument des Bundesamts für Verfassungsschutz offenbart ein schwerwiegendes Versäumnis: Sechs Tage vor den Morden hatte ein Informant gemeldet, Hoffmann und seine Gruppe hätten Metallrohre manipuliert – mögliche Bombenbestandteile. Die Behörde unternahm nichts, verknüpfte die Beobachtung weder mit dem Doppelmord in Erlangen noch mit dem Oktoberfest-Anschlag in München am 26. September 1980, bei dem 13 Menschen starben und über 200 verletzt wurden. Bei einer Durchsuchung von Hoffmanns Schloss 1980 fand sich eine Ausgabe des italienischen Magazins OGGI mit Porträts sowohl Hoffmanns als auch Lewins. Trotz dieser Verbindung wurden Hoffmann und seine Partnerin Franziska Birkmann 1986 mangels Beweisen freigesprochen. Bisher gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass der deutsche Inlandsgeheimdienst oder die ausländische Spionageabteilung der palästinensischen PLO in die Taten verstrickt waren.
Heute hält die Erlanger Initiative für kritische Erinnerung den Fall im öffentlichen Bewusstsein und fordert lückenlose Aufklärung. Noch bis zum 20. Dezember 2025 ist eine Ausstellung zum Oktoberfest-Attentat und dem Doppelmord in Erlangen zu sehen.
Die freigegebenen Unterlagen zeigen: Ein rechtzeitiges Eingreifen hätte frühere Durchsuchungen und Verhöre ermöglichen können – und möglicherweise die Morde verhindert. Zwar gibt es keine direkten Verbindungen zu Geheimdiensten oder ausländischen Gruppen, doch der Fall offenbart anhaltende Lücken in den Ermittlungen. Die Ausstellung und das anhaltende Engagement sorgen dafür, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten – während die Forderung nach Antworten weitergeht.

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