Eine Geschichte von zwei Gebäuden: München und Vietnam im Krieg in der Ukraine

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Ein Buchumschlag mit einem Bild von Gebäuden und Text oben drauf.

Eine Geschichte von zwei Gebäuden: München und Vietnam im Krieg in der Ukraine

Zwei Gebäude, zwei Kriege: München und Vietnam im Ukraine-Konflikt

Anreißer: Die Reaktion des Westens auf Trumps Ukraine-Friedensplan steht zwischen der Mahnung von 1938 – München als Warnung vor Beschwichtigungspolitik – und der Lehre aus dem Vietnamkrieg der 1960er-Jahre, die vor den Risiken eines langwierigen Engagements warnt.

Artikeltext:

Donald Trumps vorgeschlagener Friedensplan für die Ukraine hat in Europa scharfe Reaktionen ausgelöst. Viele Politiker sehen darin Parallelen zu historischen Fehlentscheidungen – sowohl zum Münchner Abkommen von 1938 als auch zum Vietnamkrieg. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Diplomatie alte Fehler wiederholt oder tatsächlich einen Weg zur Stabilität eröffnen kann.

Der in einem 28-Punkte-Papier skizzierte Plan entstand ohne direkte Einbindung europäischer Führungskräfte. Erst nach öffentlicher Kritik erhielten die EU-Institutionen, Frankreich und Deutschland Einblick in die Details. Spätere Gespräche in Florida fanden erneut ohne sie statt – ein deutliches Zeichen für Europas begrenzte Rolle im Prozess, trotz Forderungen nach Mitsprache.

Europäische Politiker ziehen deutliche Vergleiche zwischen Trumps Initiative und dem Münchner Abkommen, das 1938 im Führerbau unterzeichnet wurde. Der damals als „Frieden für unsere Zeit“ gefeierte Vertrag bestärkte letztlich Aggressionen und ebnete den Weg in den Zweiten Weltkrieg. Heute fürchten viele, eine ähnliche Fehleinschätzung könnte Russland zu weiteren Konflikten ermutigen, statt sie zu verhindern.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha unterstrich diese Haltung, indem er jede Form der Beschwichtigungspolitik ablehnte. Seine Position spiegelt die allgemeine Sorge wider, dass heutige Zugeständnisse eine größere Konfrontation nur verzögern, nicht aber verhindern könnten. Der Schatten von Neville Chamberlains gescheiterter Diplomatie lastet schwer auf den aktuellen Diskussionen.

Doch der Vietnamkrieg liefert eine weitere Lehraufgabe. Der Konflikt wurde zum Symbol für Überdehnung und die unkalkulierbaren Kosten eines langwierigen Krieges. Westliche Strategen fragen sich nun, ob eine Verlängerung des Ukraine-Krieges – nur um eine künftige Auseinandersetzung hinauszuzögern – wirklich eine tragfähige oder gar rationale Option ist. Zwar ermöglicht die wirtschaftliche und militärische Überlegenheit des Westens kalkulierte Risiken, doch die Angst vor einem zermürbenden Sumpf bleibt.

Europas Ausschluss von Trumps Verhandlungen hat die Frustration vertieft. Weder die EU noch Frankreich oder Deutschland wurden bei der Erarbeitung des Plans konsultiert; erst nach öffentlichem Druck gab es erste Gespräche. Spätere Beratungen in Florida fanden ohne europäische Beteiligung statt – ein weiteres Indiz für Europas Schwierigkeiten, Einfluss auf den Prozess zu nehmen. Einige Politiker argumentieren, statt die Vorschläge pauschal abzulehnen, solle Europa daran mitwirken, sie zu präzisieren: mit einer Balance aus Stärke und Diplomatie, um sowohl Panik als auch Eskalation zu vermeiden.

Das Hanoi Hilton, heute ein Museum in Vietnam, mahnt an die Unberechenbarkeit von Kriegen und die Gefahren, einen Gegner zu unterschätzen. Für Europa ist die Lehre klar: Weder blindes Nachgeben noch ein endloser Konflikt garantieren Sicherheit. Die Herausforderung liegt darin, eine Strategie zu entwickeln, die sowohl die Fallstricke Münchens als auch Vietnams umgeht.

Europa steht nun vor einer schwierigen Entscheidung: sich in Trumps Plan einbringen, um ihn mitzugestalten, oder riskieren, vollständig an den Rand gedrängt zu werden. Die Angst, historische Fehler zu wiederholen – sei es durch Appeasement oder übermäßiges Engagement – treibt die Debatte voran. Doch die strategischen Vorteile des Westens, von wirtschaftlicher Resilienz bis hin zu militärischer Stärke, bieten Spielraum für Handlungsoptionen.

Aktuell geht es darum, Entschlossenheit mit Pragmatismus zu verbinden. Das Ziel, so betonen einige Politiker, muss sein, Frieden zu erreichen – ohne sich von der Angst oder den Gespenstern der Vergangenheit leiten zu lassen.

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