Falsche Ohrring-Theorie um Kamala Harris nach TV-Debatte entlarvt
Gotthilf WellerFalsche Ohrring-Theorie um Kamala Harris nach TV-Debatte entlarvt
Nach der US-Präsidentschaftsdebatte verbreitete sich auf sozialen Medien eine falsche Behauptung, wonach Vizepräsidentin Kamala Harris versteckte, tonübertragende Ohrringe getragen habe. Das Gerücht fand international Verbreitung, bevor es von Faktencheckern und Experten widerlegt wurde.
Im Mittelpunkt der Anschuldigung stand das Design von Harriss Perlenohrringen, die einige Nutzer mit einem bekannten Audio-Gerät verglichen. Die haltlose Theorie behauptete, Harris habe die Nova H1 Audio-Ohrringe von Icebach Sound Solutions verwendet – ein diskretes Hörgerät des Unternehmens. Der Geschäftsführer des Herstellers bestätigte jedoch, dass es sich nicht um ihr Produkt handelte. Die Nova-Ohrringe weisen einen einzelnen goldenen Steg unter der Perle auf, der das Ohrläppchen vollständig umschließt.
Harriss Debatten-Ohrringe hingegen zeigten eine Perle, die von zwei dünnen, in J-Form verbundenen Goldstegen gefasst war und das Ohrläppchen freiließ. Faktenchecker der USA Today wiesen zudem darauf hin, dass sie das gleiche Paar bereits bei früheren öffentlichen Auftritten getragen hatte. Die Journalistin Susan E. Kelley identifizierte die Ohrringe zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit als ein Modell von Tiffany & Co., einer Marke, die Harris bereits früher bevorzugt hatte.
Der widerlegte Vorwurf zeigt, wie schnell sich Falschinformationen während viel beachteter Ereignisse verbreiten können. Experten und Faktenchecker bestätigten, dass es sich bei Harriss Ohrringen um herkömmlichen Schmuck und nicht um Audio-Technik handelte. Der Vorfall ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich unbelegte Falschbehauptungen in sozialen Medien verselbstständigen.






