02 April 2026, 10:32

Söder plant radikale Kürzung der Teilzeitarbeit für bayerische Lehrkräfte

Eine Gruppe von Menschen mit Protestplakaten und Schildern vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite.

Söder plant radikale Kürzung der Teilzeitarbeit für bayerische Lehrkräfte

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Pläne vorgestellt, die Teilzeitarbeit im öffentlichen Dienst – insbesondere für Lehrkräfte – drastisch einschränken sollen. Die geplanten Reformen sehen vor, die Mindeststunden für familienbedingte Teilzeit zu erhöhen und die beantragte Teilzeitarbeit zu begrenzen. Doch die Ankündigung stößt bereits auf Widerstand bei Gewerkschaften, Koalitionspartnern und den Lehrkräften selbst.

Nach den neuen Vorschlägen soll die wöchentliche Mindestarbeitszeit für familienbedingte Teilzeit von acht auf zwölf Stunden steigen. Zudem könnte die beantragte Teilzeit auf maximal 50 Prozent einer Vollzeitstelle beschränkt werden. Söders Plan zielt besonders auf Schulen ab, wo derzeit mehr als die Hälfte aller Lehrkräfte – in der Grundschule sogar über 60 Prozent – in reduzierter Stundenzahl arbeiten.

Die Pläne haben sofortige Kritik ausgelöst. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) warnte, dass strengere Regeln Lehrkräfte dazu drängen könnten, komplett aus dem Beruf auszusteigen, um sich um Kinder oder Angehörige zu kümmern. Gewerkschaften wie Verdi und der BLLV verurteilten die Pläne scharf und argumentieren, sie verschärften die Gefahr von Burnout und untergrüben das Vertrauen in den Beruf. Bereits jetzt sind rund 2.500 bayerische Lehrkräfte wegen psychischer Erkrankungen langfristig krankgeschrieben – mit Burnout und Überlastung als Hauptursachen, wie aktuelle Studien zeigen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Innerhalb der Koalition wachsen die Spannungen. Kultusministerin Anna Stolz von den Freien Wählern hatte Lehrkräfte zuvor noch aufgefordert, freiwillig ihre Stunden zu erhöhen, um den Personalmangel zu lindern. Söders Ankündigung untergräbt diesen Ansatz nun und lässt viele Lehrkräfte, die erst kürzlich zusätzliche Stunden übernommen hatten, verraten zurück. Die CSU muss nun sowohl ihren Koalitionspartner, die Freien Wähler, als auch die Lehrerverbände von den Reformen überzeugen – eine Aufgabe, die durch die wachsende Unzufriedenheit nicht leichter wird.

Söders Vorstoß zielt darauf ab, den Personalmangel an Schulen durch die Einschränkung von Teilzeitarbeit zu bekämpfen. Doch mit Warnungen der Gewerkschaften vor Burnout-Risiken und Skepsis bei den Koalitionspartnern steht der Plan vor erheblichen Hürden. Ob die Reformen durchgesetzt werden können, hängt davon ab, ob die Staatsregierung sowohl die Freien Wähler als auch die Lehrkräftevertreter hinter sich bringen kann.

Quelle