Wie Russland die Nürnberger Prozesse für seine Geschichtspolitik instrumentalisiert

Wie Russland die Nürnberger Prozesse für seine Geschichtspolitik instrumentalisiert
Nürnberger Prozess in Russland
Teaser: Die Nürnberger Prozesse sind ein zentraler Baustein der nationalistischen Geschichtsschreibung in Russland. Für Verbrechen des sowjetischen Staates ist darin kein Platz.
Datum: 3. Dezember 2025, 07:50 Uhr
Schlagwörter: Kriege und Konflikte, Politik, Allgemeine Nachrichten
Artikeltext:
Die Nürnberger Prozesse (1945–1946) deckten die Gräueltaten der Nationalsozialisten auf, offenbarten aber auch die Versuche der Sowjetunion, die historische Erzählung zu kontrollieren. Stalin drängte auf einen Schauprozess mit vorbestimmten Urteilen – doch die Verhandlungen durchkreuzten seine Pläne. Schlüsselfiguren wie Andrei Wyschinski, der Architekt der stalinistischen Säuberungen, arbeiteten daran, unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken, während sie gleichzeitig die Verbrechen der Nazis anprangerten.
1945 forderte die Sowjetunion einen internationalen Prozess gegen die NS-Führung. Stalin wünschte sich eine inszenierte Veranstaltung ohne echte Verteidigung, doch das Tribunal gestattete eine juristische Vertretung der Angeklagten. Diese Abweichung von seinem Plan führte zu unerwarteten Vergleichen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem stalinistischen Regime.
Andrei Wyschinski, der die sowjetische Delegation anführte, erstellte eine Liste verbotener Themen, darunter der Hitler-Stalin-Pakt und das Massaker von Katyn. Die Sowjetunion versuchte, die Verantwortung für Katyn Deutschland zuzuschieben, doch das Gericht wies diese Behauptungen wegen mangelnder Beweise zurück.
Trotz der Verurteilung der NS-Verbrechen blieb die UdSSR ein abgeschotteter Staat. Sie beschränkte den Zugang zu den vollständigen Nürnberger Prozessakten und klassifizierte Dokumente zum Holocaust. Später, während der Perestroika, zog Russland zwar in Erwägung, ein ähnliches Tribunal für die eigenen Staatsverbrechen einzurichten – doch daraus wurde nichts. Die Weigerung, sich mit diesem Erbe auseinanderzusetzen, hatte langfristige Folgen.
Heute ist Russlands offizielle Erinnerung an Nürnberg selektiv. Die Prozesse werden genutzt, um Stalins Politik zu rechtfertigen und Kritik zum Schweigen zu bringen – Abweichung gilt als Angriff auf das „Erbe von Nürnberg“.
Die Nürnberger Prozesse enthüllten nicht nur die Schrecken des NS-Regimes, sondern zeigten auch die sowjetische Manipulation der Justiz. Stalins Vision eines kontrollierten Prozesses scheiterte, und zentrale Wahrheiten wurden verschleiert. Jahrzehnte später prägt Russlands Weigerung, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, bis heute die Erinnerung an die Prozesse.

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