Bayerns Minister staunt über Japans perfekte Bahn – und zieht Vergleiche zur Deutschen Bahn

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Ein Zug befindet sich auf den Schienen neben einem Bahnsteig mit einem Mast auf dem Dach, der Metallstangen mit Lampen trägt.

Bayerns Minister staunt über Japans perfekte Bahn – und zieht Vergleiche zur Deutschen Bahn

Bayerns Verkehrsminister ist von einer einwöchigen Studienreise aus Japan zurückgekehrt, wo er das hoch effiziente Bahnsystem des Landes unter die Lupe genommen hat. Christian Bernreiter von der CSU hob dabei zentrale Unterschiede zwischen der japanischen und der deutschen Infrastruktur hervor – insbesondere in puncto Zuverlässigkeit, Instandhaltung und Tempo der Modernisierung.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Minister vom japanischen Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug, der durch Sauberkeit, Pünktlichkeit und voll funktionsfähige Bordeinrichtungen besticht. Das Netz verläuft auf eigenen Trassen, die von anderem Zugverkehr freigehalten werden, was nahezu perfekte Fahrpläne garantiert. Diese Unabhängigkeit gilt auch für den lokalen Nahverkehr, wo Züge teilweise im Minutentakt – und ohne Verspätungen – verkehren.

Ein Erfolgsfaktor des Systems ist die japanische Belegschaft: Trotz schrumpfender und überalternder Bevölkerung sind mehr Mitarbeiter in Technik und Reinigung im Einsatz als in Deutschland. Angesichts kaum vorhandener Fachkräfteeinwanderung könnten künftige Personalengpässe jedoch zur Herausforderung für den Schienenverkehr werden. Hitachi Rail, der Hersteller des Shinkansen, produziert zudem den Frecciarossa 1000 – einen Hochgeschwindigkeitszug, der bald München mit Mailand verbinden und später bis Rom verlängert werden soll. Die Rentabilität des Shinkansen speist sich aus dem dichten Fahrgastaufkommen: 62 Prozent der japanischen Pendler leben in den bedienten Ballungsräumen.

In Bayern wiederum wird in Nürnberg ein Pilotprojekt zur Magnetschwebebahn für den lokalen Verkehr getestet. Bernreiter betonte die Notwendigkeit einer beschleunigten Modernisierung und verwies auf Japans Fähigkeit, Mittel und Upgrades zielgerichtet einzusetzen.

Die Reise unterstreicht die Kluft zwischen Japans schlanken Bahnbetrieb und dem aktuellen deutschen System. Die Erkenntnisse könnten Bayern dazu bewegen, Modernisierungsstrategien zu beschleunigen und über eigene Trassennetze nachzudenken. Gleichzeitig könnte Hitachis wachsende Präsenz im europäischen Schienenverkehr japanische Effizienz auf Strecken wie München–Mailand bringen.

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