Genussrechte revolutionieren Mitarbeiterbeteiligungen in Startups – mit steuerlichen Vorteilen

Genussrechte revolutionieren Mitarbeiterbeteiligungen in Startups – mit steuerlichen Vorteilen
Mitarbeiter entwickeln sich für Startups zu einer beliebten Methode, um mitarbeiter zu belohnen. Diese Modelle bieten steuerliche Vorteile im Vergleich zu klassischen Beteiligungsprogrammen. Ein jüngstes Beispiel ist der Schritt des Fintech-Unternehmens Wemolo, das dabei von der Kanzlei Görg unterstützt wurde – ein Zeichen für die wachsende Attraktivität solcher Lösungen in der Venture-Capital-Branche.
Nach deutschem Steuerrecht ermöglichen Genussrechte es mitarbeiter, die Besteuerung bis zu einem Exit-Ereignis – etwa einem Verkauf oder Börsengang – aufzuschieben. Gewinne, die über den ursprünglichen Wert hinausgehen, werden dann als Kapitalerträge mit rund 25 Prozent versteuert – deutlich weniger als bei virtuellen Beteiligungsprogrammen. Diese werden als Arbeitseinkommen behandelt und mit über 40 Prozent belastet.
Allerdings ist der Prozess komplexer als bei virtuellen Modellen. Unternehmen müssen vor der Einführung verbindliche steuerliche Vorabzusagen einholen und den geldwerten Vorteil genau beziffern. Startups sind zudem verpflichtet, die Bewertung nach dem Bewertungsgesetz zu begründen – etwa durch externe Referenzwerte oder ein Gutachten. Wemolo ließ sich von Görg beraten, um ein solches Programm aufzubauen, und erhielt eine verbindliche Bestätigung, dass Auszahlungen als Kapitalerträge gelten. Zudem bot das Unternehmen bestehenden mitarbeiter an, in das neue Modell zu wechseln – und machte es so attraktiver als die vorherige Lösung. Experten raten, solche Programme frühzeitig einzuführen, idealerweise noch vor der ersten großen Finanzierungsrunde. Trotz des administrativen Aufwands überwiegen die steuerlichen Vorteile: Genussrechte könnten sich zum neuen Standard bei Mitarbeiterbeteiligungen entwickeln – und Startups, die sie nicht anbieten, im Wettbewerb um Talente benachteiligen.
Der Trend zu Gewinnbeteiligungsscheinen spiegelt die finanziellen Vorteile für beide Seiten wider: Geringere Steuersätze und aufgeschobene Zahlungen schaffen stärkere Anreize als virtuelle Beteiligungsmodelle. Ihre Verbreitung könnte langfristig verändern, wie Startups um Fachkräfte konkurrieren.

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