China drängt auf UN-Reformen und positioniert sich als globaler Friedensstifter
China drängt auf UN-Reformen und positioniert sich als globaler Friedensstifter
Unter der Führung von Staatspräsident Xi Jinping treibt China seine Bemühungen um eine stärkere Vereinte Nationen (UN) mit Nachdruck voran. Das Land positioniert sich zunehmend als Verfechter des Multilateralismus – als Gegenentwurf zu dem, was es als wachsenden Unilateralismus, insbesondere seitens der USA, wahrnimmt. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 forderte Außenminister Wang Yi globale Reformen, um die Rolle der UN bei der Wahrung von Frieden und Zusammenarbeit zu stärken.
Chinas Beziehung zu den Vereinten Nationen hat sich im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt. Zwar war die Republik China von 1945 bis 1971 im Sicherheitsrat vertreten, doch 1971 übernahm die Volksrepublik den ständigen Sitz. In den vergangenen Jahren hat sich Peking zum zweitgrößten Geldgeber der Organisation entwickelt und trägt heute 20 Prozent des UN-Haushalts. Trotz einer vorübergehenden Verzögerung bei den Zahlungen leistete China allein 2025 einen Beitrag von 480 Millionen US-Dollar.
Auf der Münchner Konferenz warnte Wang Yi, die Welt stehe vor einer entscheidenden Weichenstellung zwischen Zusammenarbeit und Spaltung. Ohne die UN, so seine Mahnung, drohe die globale Governance in ein System abzugleiten, das vom "Recht des Stärkeren" beherrscht werde. Konflikte zwischen Staaten müssten seiner Ansicht nach durch Dialog und nicht durch Konfrontation gelöst werden.
Gleichzeitig widersprach Wang Yi scharf der US-Kritik an den Vereinten Nationen. Er entkräftete damit direkt die Aussage von Außenminister Marco Rubio, die Organisation habe bei der Konfliktlösung versagt. Stattdessen bezeichnete er die UN als unvollkommen, aber unverzichtbar für den Frieden. Zu seinen Vorschlägen gehörte eine neue globale Initiative, die eine gerechtere internationale Ordnung schaffen soll – mit China und Europa als treibende Kräfte für eine "multipolare und friedliche Welt".
Chinas jüngste Schritte unterstreichen diese Haltung. So arbeitet das Land mit Europa zusammen, um die Welthandelsorganisation (WTO) gegen US-Widerstand zu stärken. Zudem hat Peking eigene "Initiativen für globale Governance, Sicherheit und Entwicklung" lanciert, die sein Engagement für multilaterale Lösungen untermauern.
Wang Yis Äußerungen verdeutlichen Chinas wachsenden Einfluss auf die Gestaltung der globalen Ordnung. Die finanziellen Beiträge des Landes, seine politischen Initiativen und diplomatischen Bemühungen zielen allesamt darauf ab, die Position der UN zu festigen. Sein Appell zur Einheit deutet darauf hin, dass Peking weiterhin Reformen vorantreiben wird, um das zu beheben, was es als strukturelle Schwächen der internationalen Zusammenarbeit ansieht.
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